viernes, 16 de diciembre de 2011

Tria e Ciciari (Pasta e Ceci)/ Frische Teigwaren mit Kichererbsen


Menschliches Verhalten bedarf bewusster Ordnung, gelassener Beobachtung der berohlichen Umgebung, nüchterner Erkenntnis dessen, was für einen selbst das "richtige Mass" ist. Gegebenfalls muss Verzicht geleistet werden. 

Diese Worte stammen von Orazio Flacco (* 65 v. Chr., † 8 v. Chr.), einer der bedeutendsten römischen Dichter, zwischen 43 v. Chr. und 13 n. Chr., der mit seinen Satiren "lächelnd die Wahrheit sagte". Warum ich gerade ihn am Anfang meines Posts zitiere, erfährt Ihr weiter unten. Doch zuerst noch ein bisschen Geschichte zum heutigen Gericht: 

In Apulien galten die Tria e Ciciari früher als "mangiare dei poveri", das Essen der armen Leute. Es ist ein simples, aber sehr gesundes und reichhaltiges Gericht. Und dazu ist es noch lecker und ideal für die kalte Jahreszeit. Es ist eine Mischung aus Kichererbsen mit viel Gemüse und frischer Pasta, von der ein Teil im Olivenöl gebraten wird, bis sie knusprig ist. Das Wort "Tria" stammt aus dem arabischen: "Itrya", ein Gemisch aus verschiedenen Mehlsorten, die mit Wasser angereichert zu einem Teig vermengt wurden. Danach hat man den Teig in Streifen geschnitten und im Öl gebraten, um es haltbar zu machen, wenn man eine lange Reise durch die Wüste vor sich hatte. Heutzutage hat dieses antike Gericht wieder einen neuen Stellenwert in Apulien gewonnen und wird in den besten Restaurants serviert und ist ein Symbol der apulischen Gastronomie. Die Tradition verlangt, dass dieses Gericht immer am 19. März zu Ehren von "San Giuseppe" serviert wird. 

Und nun zurück zu Orazio Flacco. Tatsächlich hat er dieses wunderbare Gericht in seinen Satiren erwähnt, als er in Taranto unterwegs war. Dies möchte ich Euch nun nicht länger vorenthalten: 



Ora invece, se mi va a genio,
io posso andarmene persino a Taranto
su un muletto da quattro soldi,

con groppa e fianchi

piagati da bagaglio e cavaliere:
nessuno mi rinfaccerà d'essere gretto,
come a te, Tillio,
quando sulla via Tiburtina
(e sei pretore)
ti seguono solo cinque schiavetti
portando pitale e fiasca del vino.
Per questa e per altre mille ragioni,
me la passo meglio di te,
mio illustre senatore.
Per conto mio me ne vado dove mi piace:
domando i prezzi di farro e verdura,
m'aggiro fra i ciarlatani del circo
e spesso a sera per il foro,
mi fermo ad ascoltare gli indovini;
di là poi me ne torno a casa,
al mio piatto di porri,
ceci e frittelle.

Anbei noch die englische Übersetzung: 

While now I can ride on a gelded mule to Tarentum,
Its flanks galled by a heavy pack, withers by the rider:
No one will call me vulgar, Tillius the praetor,
As they do you, when five slaves, on the Tibur road,
Follow behind you with a chest, and a case of wine.
In this, in a thousand other ways, 
I live in more comfort than you, my illustrious Senator.
I wander wherever I choose, alone: ask the price
Of cabbage and flour, stroll round the dodgy Circus
And Forum at evening: loitering by the fortune-tellers:
Then home to a dish of oilcake, chickpeas, and leeks.

Tria e ciciari/ Pasta mit Kichererbsen
(für ca. 4 Personen)

Für die Pasta: 
500g Mehl
Wasser (soviel wie nötig)

300g Kichererbsen
1 Lorbeerblatt
1 Karotte
1 Stange Sellerie
1 Zwiebel
3-4 Cherrytomaten
1 Bund frische Petersilie
Olivenöl, Salz und Pfeffer

Die Kichererbsen in kaltem Wasser und ein bisschen Salz ca. 8 Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank aufquellen lassen. 

Das Mehl in eine grosse Schüssel geben, oder auf dem Tisch zu einem Hügel mit einer Vertiefung formen, eine Prise Salz zugeben und mit soviel Wasser vermengen, bis ein geschmeidiger Teig ensteht. Diesen ganz dünn auswallen und in ca. 1/2 cm breite Streifen schneiden. 




Auf einem mit Mehl bestäubten Küchentuch trocknen lassen. 


Die Kichererbsen abgiessen, in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. (Am besten in einem Terracotta-Gefäss, doch auch eine normale Pfanne funktioniert bestens.) Sobald das Wasser zu kochen beginnt, abgiessen und warmes Wasser zugeben. Nun das Lorbeerblatt und Salz beifügen. Nach ca. der Hälfte der Kochzeit (ca. 1 Stunde) die Karotten, den Stangensellerie, die Zwiebel, die Tomaten und die Petersilie beigeben (alles klein geschnitten) und langsam köcheln lassen, bis die Kichererbsen gar sind.


In einer Bratpfanne, ein halbes Glas Olivenöl erhitzen und ca. 1/3 der Pastastreifen 
darin anrösten. Dann beiseite stellen.
Den Rest der Pastastreifen in Salzwasser garen, und wenn diese gar sind, mit den Kichererbsen und den gerösteten Trias (samt Olivenöl) vermengen. Mit frischem Pfeffer bestäuben und schon habt Ihr ein Stück Geschichte auf dem Teller. Buon appetito!


Tipps: 

Wenn Ihr das Wasser nicht beim ersten Aufkochen ersetzen möchtet, dann kann man die Kichererbsen auch mit viel Salzwasser am Vorabend gut waschen und am nächsten Tag nochmals gründlich mit viel Wasser abspülen. Beim ersten Aufkochen den Schaum, der sich bildet einfach abschöpfen. 

Wenn Ihr genügend Zeit zur Verfügung habt, kann man den Pastateig nach der Herstellung mit einem feuchten Tuch abdecken und eine Schüssel umgekehrt "darüberstülpen". ca. 1 Stunde ruhen lassen. Der Teig lässt sich dann besser verarbeiten.

6 comentarios:

nieves dijo...

Me encanta, que receta más rica… que rica pasta...tomo nota!
También me encanta tu blog así que me quedo a seguirte!
Besitos desde Madrid y FELICES FIESTAS!
Nieves.
http://igloocooking.blogspot.com

happymama dijo...

Muchisimas gracias! Y el tuyo también me encanta y te seguiré con mucho placer :-) Besitos y FELICES FIESTAS también para ti! Hasta prontito :-)

anna dijo...

Piatto della mia terra d'origine :D
favoloso ;-)

happymama dijo...

Ti ringrazio tanto! ho gia ricambiato la visita ;-) bacione

Stefania Shade dijo...

unglaublich!
io ho praticamente raccontato la stessa storia sul mio blog!!!
nel mio post ho però evidenziato le differenze tra lagane e ceci e ciceri e tria, ma l'elogio è lo stesso!
Orazio parla infatti di lagane, solo in Puglia, o meglio, solo in salento sono chiamate tria e si friggono! che bontà!!!
complimenti per il tuo blog!

Lucia dijo...

Uno dei piatti più rappresentativi e saporiti della nostra fantastica cucina salentina :-)